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Abgestimmtes Äußeres für Küche und Wohnbereich

Die Küche war lange nur ein Arbeitszimmer, laut und voller Dünste: Zugleich immer etwas steril, auf keinen Fall wohnlich. Das hat sich längst geändert, sie gehört fest zum offenen Wohnraum. Auch optisch merkt man das, wie sich auf der Mailänder Möbelmesse zeigt.

Näher können sie sich kaum kommen: Wohnzimmer und Küche sind das neue Traumpaar. Sie sind längst zusammengewachsen. Und wie bei so manchem Paar, das schon länger zusammen ist, stimmen beide jetzt auch noch ihre Kleidung aufeinander ab.

Das ist zu sehen auf der Mailänder Möbelmesse Salone del Mobile und ihrer Sonderschau für Küchen, der Eurocucina (17. bis 22. April). Immer intensiver treiben Designer und Möbelhersteller eine einheitliche Optik für die Bereiche für das Kochen und Essen voran, oft ist auch das Wohnzimmer schon Teil dieser Ehe. «Die Bereiche für Kochen, Essen und Entspannen sind im Prinzip aus einem Guss», sagt Volker Irle, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche.

So sieht man Küchenschränke, die sich kaum von Wandschränken im Wohnzimmer unterscheiden. Modelle ohne Griffe sind quasi Standard geworden, stattdessen öffnen sie sich durch drücken wie in anderen Zimmern. Oder die Vitrine mit Glastür zieht neben den Herd.

Einen anderen neuen Weg gehen gleich mehrere Hersteller: Sie lassen bei Bedarf die obere Küchenzeile und Arbeitsplatte hinter einer Schiebewand verschwinden. Arritals Alternatividee dazu ist eine optisch ebenfalls neutral gestaltete Küche, wo Herd und Spüle so tief im Block liegen, dass darüber eine Platte geschoben werden kann.

Veneta Cucine versteckt in der Küche Lounge.GO hinter einer Schranktür eine zusätzliche Arbeitsfläche. Und Effe'ti lässt unter einer schiebbaren Tischplatte eine Arbeitsplatte mit Kochstelle verschwinden. Ähnlich funktioniert die neue Küche Oasi von Aran Cucine - sie ist wahlweise Esstisch oder Kochstelle. Das Besondere: In ihrer Mitte wächst ein echter und gar nicht so kleiner Baum.

In einer verschmolzenen Wohn-Ess-Küche soll alles hinter Türen und Platten verschwinden, was an Arbeit erinnert. Bei manchem Hersteller ist sogar alles Technische verpönt, wenn es nicht benutzt wird. So zeigt Valcucine Küchen mit einem Tor und integriert dabei an eher unauffällige Leisten, an denen sich mit einem Handgriff portable Steckdosen aufstecken lassen. Wenn daran nicht der Mixer hängt, werden sie abgenommen und verschwinden in der Schublade.

Der ehemalige Werkraum darf heute ein Raum zum Wohnen und Entspannen sein. Next125, die Premiummarke vom Schüller Möbelwerk, spricht etwa davon, dass die neuen Designideen einem Lebensraum gerecht werden, «der weit über die Küche als reine Kochstelle hinausgeht». Team 7 nennt das Modell Filigno «mehr Möbel als Küche».

Die Firma Leicht geht noch einen Schritt weiter: Sie präsentiert eine Einrichtungsidee, die den gesamtem Innenausbau umfassen kann. Die Schränke von Leicht können je nach Kundenwunsch Funktions- oder Stauraumlösung sein, sogar eine Sitznische lässt sich integrieren.

Die Essbereiche sind sowieso oft schon komplett in der Küche aufgegangen. Kaum eine Zeile oder ein Block kommt in Mailand ohne Essplatz aus, sogar lange Tafeln sind angedockt. Das bringt die Hersteller vermehrt dazu, die Form der Küche zu überdenken.

So sind in Mailand neben kompakten Kücheninseln vermehrt längliche freistehende Zeilen zu sehen, an denen eine Seite als Tisch dient. Aber auch L-, T- oder Tropfen-Form sind gängig. Und manche Hersteller probieren sich sogar an Y und U.

 

 

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